Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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eilt ſich, die Thüre ſo weit als möglich aufzumachen,

um das Fräulein zum Eintreten zu bewegen. Nach⸗ dem das Mädchen einen Augenblick gezögert hat, entſchließt ſie ſich, das Anerbieten anzunehmen. Die achtungsvolle Miene Timotheus' hatte das Fräulein bezaubert, das außerdem noch ſo gebaut war, daß es ſich wohl gegen einen Zudringlichen hätte vertheidigen können. Allein man muß nie nach dem Anſchein gehen: die phyſiſch ſtarken Frauen können moraliſch ſchwach ſein.

Das junge Mädchen iſt in das Zimmer der Stu⸗ denten getreten; als ſie aber Georg erblickt, bleibt ſie ſtehen und ſcheint zurückkehren zu wollen. Indeſſen iſt Georg aufgeſtanden, um zu grüßen, und Timotheus hat den Stuhl ergriffen, den ſein Freund unter ſich hatte, und ihn dem Fräulein angeboten, welcher es ohne dieſe Zurüſtungen vielleicht ebenſo hätte ergehen können wie dem Kleiderhändler, was für die jungen Leute ziemlich angenehm hätte ſein können, gegen das Mädchen aber eine große Perfidie geweſen wäre.

Setzen Sie ſich doch, Fräulein! ſagt Timotheus, ihr den Stuhl mit den vier feſten Füßen anbietend.

O, mein Herr, Sie ſind ſehr gütig, allein ich fürchte. und dann kann ich nicht lange warten...

Sie werden nur ſo lange warten, als es Ihnen Vergnügen machen wird, ſagt Georg;allein Sie können ohne Furcht bei uns ausruhen; wir ſind un⸗ fähig, die Rückſichten zu vergeſſen, die man den Damen ſchuldig iſt. Js, gewiß, ſagt Timotheus, indem er ſich auf