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„Mein Herr, ſie iſt eine Coloriſtin; ſie iſt noch nicht lange eingezogen.“
„O, dann muß es unſere Nachbarin ſein, welche uns gerade gegenüber wohnt. Ich wußte ihren Namen noch nicht, allein wahrſcheinlich iſt ſie es... prünett, klein, mit einem roth und grün gewürfelten Kleide
„Ja, mein Herr, die iſt es; ſie hat dieſes Kleid ſchon ſehr lange. Iſt es dieſe Thüre da?“
„Ja, mein Fräulein.“
Das Mädchen will anklopfen; Timotheus hält ſie
an.„Es iſt unnöthig, daß Sie klopfen, Fräulein;
unſere Nachbarin iſt ſchon vor geraumer Zeit ausge⸗ gangen und noch nicht zurückgekommen.“
„Ach, mein Gott! das iſt recht unangenehm! Viſſen Sie gewiß, daß ſie nicht zurück iſt?“
„Ganz gewiß, ich bin nicht von der Flur weg⸗ gekommen, das heißt, ich bin nicht ausgegangen.. und bei uns hört man ſeine Nachbarn ſehr gut nach Hauſe kommen.“
„Ach, das iſt ſehr unangenehm! ich wohne ſo weit weg und habe nicht oft Zeit zum Ausgehen.“
„Fräulein, ich glaube, daß unſere Nachbarin nicht mehr lange ausbleiben wird, weil ſie ſchon ſo lange fort iſt. Wenn Sie dieſelbe bei uns erwarten wollten, ſo kommen Sie herein.“
„Ach, mein Herr, Sie ſind ſehr artig.. vielleicht würde es Sie geniren?“
„Im Gegentheil, Fräulein.“
Und Timotheus verbeugt ſich auf's Neue und be⸗


