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„O, er wird uns eine Paſtete mitbringen; er weiß wohl, daß wir darauf zählen.“
„Ich bin nicht ruhig, ich.“
Mehr als eine Stunde vergeht noch. Timotheus geht immer von der Stube auf die Flur; endlich hört er leicht die Treppe heraufkommen. Aus der Leichtig⸗ xeit des Tritts ſchließt er, daß es ein Frauenzimmer und wahrſcheinlich ſeine Nachbarin ſein muß.
Wirklich iſt es ein junges Mädchen, aber nicht die Nachbarin. Dennoch bleibt Timotheus ſtehen, weil der Anblick eines Frauenzimmers ein Magnet iſt, der immer einen jungen Mann anzieht. Die, welche die Treppe heraufkommt, iſt viel größer, dicker und ſtärker als die kleine Nachbarin; es iſt eine Schönheit anderer Art.
„Sollte dieſe zu uns kommen?“ fragt ſich Timotheus,
wie er ſieht, daß das Fräulein in den vierten Stock heraufkommt.„Wir haben Niemand hier oben als Katzen; ſie kommt alſo zu uns oder zur Nachbarin gegenüber.“
Das junge Mädchen iſt auf dem vierten Stock an⸗ gekommen; ſie geht an Timotheus vorüber, der ſie
achtungsvoll grüßt, dann bleibt ſie einen Augenblick
unentſchloſſen ſtehen, indem ſie die beiden Thüren be⸗ trachtet und ſagt zu dem jungen Mann:„Mein Herx⸗ ich vitte um Entſchuldigung, wo wohnt Fräulein Cölina wenn Sie ſo gut ſein wollen?“ „Fräulein Cölina?“ wiederholt Timotheus, wieder⸗ um grüßend;„dieſer Name iſt mir durchaus unbe⸗ kannt. Was treibt ſie, dieſe Dame?“


