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war dieſer ſtehen geblieben; er ſchlug nicht mehr mit der Fauſt an die Wand, ſein Zorn hatte ſich gelegt und als ſein Freund aufhörte zu ſprechen, wiſchte er ſich mit der Hand zwei Thränen aus den Augen und ſtotterte:„Nein, gewiß, ich verlaſſe euch nicht. ich verlaſſe euch nicht, wenn ihr unglücklich ſeid! Warum nicht gar, wofür hältſt Du mich? Du weißt wohl, daß ich nur ſo ſage, daß ich es aber nicht halte! Ich müßte ja ein Felſenherz haben; der Zorn läßt mich dummes Zeug ſchwatzen und dann.. komm', um⸗ arme mich, Georg, ſei nicht mehr böſe auf mich.. und ich will Etwas zu frühſtücken holen.“
Georg umarmt ſeinen Freund lächelnd. Er weiß wohl, daß Timotheus ein gutes Herz hat, und denkt bereits nicht mehr an das, was dieſer in ſeinem Zorne herausſtieß. Timotheus macht ſeine Beinkleider feſ, zieht ſeine Blouſe und Pantoffeln an und geht, um ein Frühſtück zu holen, das Bouchenot in ſeiner Freude, fünf Franken zu veſitzen, vergeſſen hatte, ſeinen Freun⸗ den bringen zu laſſen.
Timotheus hat einen alten Korb mitgenommen; er läßt ſich Cotelettes, Brod und Wein darein geben und kehrt mit dem vollen Korbe unter dem Arme auf das Zimmer zurück, das ſie zu Dreien bewohnen.
Auf der Treppe begegnet der junge Student ſeiner hübſchen Nachbarin, die herunterkommt. Er erröthet wie ein Hahn, weil er meint, er ſehe mit ſeinem Korbe unter dem Arme aus, wie wenn er vom Markte käme, aber er ſtellt ſich zur Seite und macht ſeiner Rachbarin ein tiefes Compliment.


