Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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Kleiderhändler! O, er ſoll mir ſie bezahlen, das geht nicht ſo fort; er frißt uns Alles weg, dieſer Menſch: unſere Röcke, unſere Beinkleider, meine Stiefel, Alles verſchwindet. Ich mag ſo nicht mehr leben; das ärgert mich endlich!

Und Timotheus geht im Zimmer auf und ab, ſtampft mit den Füßen und ſchlägt mit der Fauſt auf den Kamin, gegen die Wand, gegen Alles, was ihm unter die Hände kommt. Zum erſten Mal hat ſein gewöhnlich ruhiges Geſicht Ausdruck, ſeine Augen funkeln, ſeine Naſenlöcher ſind weit geöffnet und ſeine Haare ſcheinen noch röther als gewöhnlich.

Georg wartete, bis der Zorn ſeines Freundes vor⸗ über war und ſagte dann ſanft zu ihm:Timotheus, Du mußt ein Mann ſein und die Schläge des Schickſals ertragenkönnen; der Zorn iſt ein Zeichen der Schwäche.

Das iſt mir Alles eins, ich will zornig ſein, ich will mich mit Bouchenot ſchlagen und man ſoll ſehen⸗ ov ich ſchwach bin. Stiefel, die mir ſo gut gingen! Ich hatte noch nie ſo gut gemachte.

Timotheus, haſt Du keinen Hunger mehr? Gewiß, ja, aber womit ſoll ich zu dem kleinen Traiteur gehen? Was ſoll ich anziehen? Wenn man bloß in die Nachbarſchaft geht, kann man auch in Pantoffeln ausgehen. Ei, in Pantoffeln! weil es in der C aunder keinen Koth gibt! Das muß aufhören, ſage ich; chenot betrügt uns zu ſehr! Gewiß kann ich mit zwölfhundert Franken, die mir mein Vater gibt, ſehr gut leben und würde nicht genöthigt ſein⸗