Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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gekommen? Ich hatte ſie unter das Bett gethan; ich weiß es gewiß.

Was haſt Du denn, Timotheus? Du ſchreiſt und ſprichſt an Einem fort. So kann man nicht componiren.

Was ich habe? Ach, wenn er mir zum Beiſpiel dieſen Streich geſpielt hätte, das wäre unwürdig! Georg, haſt Du ſie an den Füßen?

Was denn?

Meine Stiefel. meine ſchönen, nagelneuen Stiefel, die ich erſt fünf Mal anhatte, die ich ſchonte wie meinen Augapfel...

Du ſiehſt wohl, daß ich ſie nicht habe, da ich in Pantoffeln bin.

Er hat ſie verkauft, der Hallunke! O, ich kann nicht mehr zweifeln, er hat meine neuen Stiefel ver⸗ kauft, damit er ſieben Franken erhielt! Ich dachte doch, ſieben Franken für einige ſchlechte Unterhoſen und eine abgetragene Weſte iſt viel; aber er hat meine neuen Stiefel verkauft.. das iſt ſchändlich! Stiefel, für die ich vor kaum zehn Tagen achtzehn Franken von meinem Koſtgeld gegeben habe! Deßwegen hatte er ſo ſehr Angſt vor meinem Aufſtehen! O, ich möchte vor Zorn weinen.

Wie Sei ruhig, mein armer Timotheus! Bou⸗ chenot hat vielleicht Deine Stiefel angezogen, um aus⸗ zugehen und wird Dir ſie ſchon wieder bringen.

Ach nein, er kann ſie nicht anziehen und deßwegen hat er ſie verkauft; er ſagte mir bloß:Du haft einen komiſchen, außerordentlichen Fuß, man kann Deine Stiefel nicht anziehenl und er verkaufte ſie an den