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nimmt alſo ihren ganzen Muth zuſammen und ſtößt und drängt und greift ihn lebhaft an. Bouchenot weiß nicht mehr, wo er iſt; jeden Augenblick fühlt er ſich am Bauch, auf der Bruſt, an den Schenkeln tvuchirt. Der Direktor iſt entzückt, das Publikum klatſcht Beifall und die berühmte Fechtmeiſterin ſtößt bei jedem Stoß, den ſie ihrem Gegner beibringt, ein Triumphgeſchrei aus. Schnauzer, dem dieſer Kampf ſehr unangenehm zu ſein ſcheint, läßt ein dumpfes Grollen hören und wäre gewiß längſt der Amazone an den Hals geſprungen, hätte ihn der Direktor nicht gehalten.
Bouchenot hat gute Luſt, ſich für beſiegt zu erklä⸗ ren; indeſſen verſucht er, in Verzweiflung über die Stöße, einen letzten Anlauf. Vergeſſend, daß er mit einem Floret ſicht, nimmt er ſeine Waffe wie eine Pike und ſtößt kreuz und quer drauf los. Die Amazone kommt durch dieſe Art zu fechten außer Faſſung und vergißt zu pariren. Plötzlich ſtößt ſie einen Schrei aus, wirft das Floret mit einem dragonermäßigen Fluch bei Seite, fährt mit der Hand in's Geſicht und ſagt: „Der verfluchte Tolpatſch. ſtößt mir das Auge aus!“
Der Direktor befiehlt der Muſik zu ſchweigen und kündigt an, daß die Fechtvorſtellung zu Ende iſt. Das Publikum verläßt nun die Boutike, die Bewohner der neuen Welt nehmen ihre Wergperücken ab und ziehen ſehr bürgerliche Kleider an.
Bouchenot wollte ſich mit dem Publikum entfer⸗ nen; allein der Direktor hält ihn ziemlich barſch am Arm feſt und ſagt in minder artigem Tone zu ihm:


