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ſind frei! verſtehen Sie.. das heißt, es koſtet ſie nichts.“
Die Dame ſalutirt drei Mal auf militäriſche Weiſe und verläßt das Gerüſt; der Hanswurſt und der Geck thun ein Gleiches, nachdem ſie der Geſell⸗ ſchaft vorher noch etwas ganz Anderes als ihr Ge⸗ ſicht gezeigt haben. Endlich bläst der Herr in dem Backenbarte in eine Trompete, und ein Theil der Menge drängt ſich in die Bude hinein.
Bouchenot iſt auf ſeinem Platze geblieben. Ein bizarrer Gedanke geht ihm durch den Kopf: er hat Luſt, in's Schauſpiel zu gehen und damit er nichts dafür bezahlen darf, ſich für einen Fechtmeiſter aus⸗ zugeben.
Wenn es nun einmal ſein muß,“ ſagt er,„daß man ſein Talent zeigt, ſo bin ich ziemlich ſtark im Stoßen und ich wette, daß ich Frau Malatorchi tou⸗ chiren werde. Zum Henker, dieſes kleine Vergnügen muß ich mir machen!... Da es nichts koſtet, ſo kann ich es mir ſchon gönnen, es wird mich zerſtreuen und mich meinen Appetit vergeſſen machen. Und dann höhnen mich auch oft die Herren wegen meiner Tapferkeit und meinen, ich habe Angſt, mich zu ſchlagen wenn ich die erſte Fechterin Frankreichs touchire, fürchte ich Niemand mehr! Marſch, vor⸗
wärts.“ 5
Bouchenot ſtreckt den Kopf in die Höhe, ſetzt ſeinen Hut auf die Seite, zupft ſein Halstuch zu⸗ recht und zeigt ſich am Eingange des fremvartigen Schauſpiels; man will ihm eine Eintrittskarte ab⸗


