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„Was gibt es denn,“ fragt die Mutter,„was iſt denn meinem Herzchen geſchehen?“ „Was haſt Du, mein Sohn,“ jammert der Vater,
plötzlich auf ſeinen Knaben zufliegend; dieſer ſchreit
wie ein Beſeſſener und zeigt den Eltern ſeinen Po⸗ ſteriora und ſeine zerriſſenen Beinkleider.
„Er wird gefallen ſein und ſich die Hoſe zer⸗ riſſen haben,“ entgegnet Bouchenot, der befürchtet, die Sache möchte eine ſchlimme Wendung nehmen, ſchnell.
„Nein, nein. ſein Hund... ſein abſcheulicher Hund hat mich gebiſſen!... Hi⸗ hi, hi!“ ſchreit der kleine Junge, immer heftiger weinend.
„Ach, mein Gott, wäre es möglich!“ ruft Ma⸗ dame Monflacon, ihren Sohn in die Arme ſchließend, aus;„dieſer böſe Hund hat Dir weh gekhan!... O! das iſt abſcheulich, entſetzlich! Armes Herzchen... ich glaube, ſein Hintertheilchen iſt verletzt!“
Herr Monflacon eilt herbei, den verwundeten Theil zu unterſuchen, und ſagt⸗ die Stirne run⸗ zelnd, zu Bouchenot:„Mein Herr, ich finde es ſehr auffallend, daß Sie einen Hund zu mir bringen⸗ der ſolche Angriffe auf mein Kind macht.“
„Ei, mein Gott! lieber Herr Monflacon,“ ent⸗ gegnet Bouchenot,„Sie machen da einen rechten Lärm einer ſo unbedeutenden Sache wegen! Ihr kleiner Junge hat meinen Hund zu ſehr gequält und dieſer ſich ein wenig darüber geärgert, das iſt das
Ganze! Wenn man aber den Hund in Ruhe läßt
thut er Niemand ein Leid.“
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