97
ſehr gelehrten Phrenologen unterſuchen laſſen er war erſtaunt über die Beulen meines Sohnes.“
„Wirklich?“
„Er hat eine ungeheure Verſtandesbeule bei ihm entdeckt; der Kopf dieſes Kindes iſt voll Erhöhungen!“
Ein gellender Schrei, den der kleine Stanislaus ausſtoßt, unterbricht dieſes Geſpräch.
„Hat das Kind wohl wieder eine neue Beule er⸗ halten?“ denkt Bouchenot bei ſich, während er ſich umwendet; aber der Schrei des kleinen Jungen war die Folge einer andern Urſache.
Während ſein Vater ſich mit Bouchenot unterhielt, hatte der kleine Monflacon den Hund an Einem fort geſtreichelt; Schnauzer, der gegenüber von Kindern ſehr geduldig ſchien, ließ ſich die etwas plumpen Liebkoſungen des kleinen Jungen anfangs ohne Mur⸗ ren gefallen, als aber Herr Stanislaus die glän⸗ zende Kette ergreifen wollte, die das Thier um den Hals hatte, wurde dieſes böſe. Ein dumpfes Brum⸗ men deutete dem Knaben an, daß man ihm den ge⸗ wünſchten Gegenſtand nicht verabfolgen wolle, aber ſtatt daß der junge Monflacon Schnauzern in Ruhe ließ, hängte er ſich an die Kette und zog aus Leibes⸗ kräften daran; dann hatte der Hund, auf ihn los⸗ fahrend, nach ſeiner Hoſe geſchnappt, und mit einem ſeiner Hackenzähne das Hintertheil des kleinen Männ⸗ chens aufgeritzt.
Beim Geſchrei ſeines Sohnes hat ſich Herr Mon⸗ flacon erhoben und Madame iſt mit beſtürzter Miene und beſorgtem Blicke herbeigeeilt.—


