23
reiben. Kurz, ich wiederhole noch einmal, man muß ſeinen Rang behaupten, meine Herren.“
„Es iſt der Mühe werth mit ſeinem Rang. und er gibt uns eine rothe Rübe ohne Brod zum Früh⸗ ſtück,“ ſagt Timotheus.
„Iſt es meine Schuld, daß wir nicht einen Heller beſitzen?“
„Ja, es iſt Deine Schuld. So oft wir einiges Geld haben, verſchwendeſt Du es. Vorgeſtern noch hatten wir ein Hundertſous⸗Stück, da gehſt Du aus und bringſt ein Fläſchchen kölniſches Waſſer heim, als ob ein Stück Käſe nicht beſſer für uns geweſen wäre.“
„Lieber Freund Timotheus, Sie ſchweifen von der Sache ab; muß man nicht auch ein wenig an ſeine Toilette, an ſeinen Putz denken?“
„Wir haben eine prächtige Tyilette, beſonders jetzt, wo wir zu Drei nur einen Rock haben!... O Gott! wenn das mein Vater wüßte!“
„Das ſchadet nichts; der, der ausgeht, iſt noch ziem⸗ lich hübſch angezogen... man kann nicht mehr als einen Rock auf einmal anziehen, und wenn man Einem von uns auf der Straße begegnet, ſo weiß man nicht, daß die Andern aus Mangel an Bedeckung daheim bleiben.“
„Pflückt die Roſ' und Myrte! und Myrte...“
„Ach! Georg, pflücke doch um Gotteswillen end⸗ lich Deine Myrte und Deine Roſe; ſeit einer Stunde muß man immer dieſelbe Strophe hören, das wird wahrhaftig peinlich. Du ſcheinſt dieſen Morgen nicht bei günſtiger Laune.“
„Ach! ich hab's, ich hab's!“ ruft Georg mit freu⸗
„


