„So geht es. und die Guten müſſen für die Böſen leiden,“ erwiedert Timotheus.
„Herr Timotheus Glindoré, ich bitte Sie, ſparen Sie Ihre Epitheton!... Ha, ha, ha! tröſte Dich, mein armer Timotheus; das junge Mädchen gegen⸗ über ſieht mir gben nicht aus wie eine Lukretia, und ich wette, daß ſie in ihrer Stube zum Tollwerden gelacht hat über meinen Unſall... Potz⸗ ich glaube, ich höre den Nachbar Jacquillot auf der Treppe huſten.“
Bouchenot macht die Thüre auf, eilt auf die Flur hinaus, beugt ſich über das Treppengeländer und ruft hinab:„Herr Jacquillot, warum machen
Sie denn ſchon ſeit mehreren Tagen kein Feuer mehr
in Ihren Ofen?“
Ein alter Mann, deſſen Haupt mit einer ehr⸗ würdigen Mütze bedeckt war und der auf der Treppe ſtand, um hinunter zu gehen, ſein Brödchen und ſein Loth Kaffee zu holen, hebt den Kopf in die Höhe und betrachtet Bouchenot mit erſtaunter Miene.
„Sie meine ich, verehrter Herr Jacquillot,“ fährt der Student freundlich fort;„warum machen Sie kein Feuer mehr in Ihren Ofen?“
„Weil mein Ofen ſeit einigen Tagen rauchte und
mir dieſes unangenehm war.“ „Er rauchte? das iſt recht ärgerlich; aber Rauch iſt noch beſſer als Feuchtigkeit. Nehmen Sie ſich in Acht, Herr Jacquillot, die Kälte iſt Ihnen nachtheilig. Meine Freunde und ich haben die Bemerkung gemacht, daß Sie weit mehr huſten, ſeit Sie nicht mehr heizen.“
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