Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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mich nicht lange, eile ohne Weiteres an unſere Röhre, die glühend heiß war, bohre mit einer Meſſerſpitze an einer ſchwachen Stelle ein Loch in dieſelbe und ſtecke ein Papier hinein.

Ein ſauberes Auskunftsmittel!. d'rum raucht es ſeither immer in der Stube.

Du weißt nicht, was Du ſchwatzeſt, Timotheus, denn ich habe das Loch mit einem Tellerſcherben zu⸗ geſtopft. Das Papier rauchte an Einem fort und kam doch nicht in Flammen; ich bemühte mich ver⸗ gebens um die Röhre herum. Mit einem Male jedoch, ich weiß nicht, wie es geſchah, löst ſich das Nastuch, welches meinen Teppich zuſammenhielt, auf und fällt herunter, meine Bedeckung ebenfalls, und ich ſtehe in paradieſiſcher Einfachheit, wie Adam vor dem erſten Sündenfall, vor der Nachbarin.

Wie entſetzlich! ſchreit Timotheus.

Willſt Du das Maul halten, Dummkopf! es war gar nicht eniſetzlich. Die junge Nachbarin ſtieß einen Schrei aus oder ſchlug vielmehr ein gellendes Gelächter auf, indem ſie ausrief:Ach, das iſt doch zu arg! Damit entfloh ſie, ohne mir weiter Gehör zu geben. Und doch hatte ich in meiner Beſtürzung ſchnell ein Camiſol angezogen und nach meinen Hoſen⸗ trägern gegriffen, denn ich war ganz außer mir. Das iſt meine Geſchichte mit der kleinen Nachbarin, und da ſie vielleicht glaubt, wir ſehen daheim immer aus wie die Statuen in den Tuilerien, macht ſie ſtets ihre Thüre zu, wenn ſie die unſrige aufgehen hört.