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fach gekleidetes Frauenzimmer; ſie muß jedenfalls keine Gräfin ſein. Sie hatte ein kleines, rothes Fou⸗ lard um den Kopf, welches mit ausgezeichneter Ko⸗ ketterie gebunden war, und ſchien im erſten Augen⸗ blick etwas erſtaunt über mein Koſtüm, hielt aber dann ohne Zweifel den Teppich für einen Schlafrock. „Spazieren Sie gefälligft herein,“ ſagte ichz ſie that es, mit einer Kohlenſchaufel in der Hand.“
„Sie hatte eine Kohlenſchaufel in der Hand? O göttliches Weib!“ ruft Timotheus, im Bette zappelnd, aus.
„Natürlich brachte ſie eine Kohlenſchaufel mit, da ſie Feuer von mir verlangte. Bei ihrem Eintritt warf ſie einen Blick im Zimmer umher. Ich weiß nicht, ob ſie die edle Einfachheit unſeres Mobiliars überraſchte; ich bemerkte nur, daß ſie ſich in die Lip⸗ pen biß und den Mund verzog. Als ihr Auge auf den Kamin fiel, rief ſie aus: Ich glaube, Sie haben kein Feuer!—„Das iſt wahr,“ entgegnete ich, es iſt eben abgegangen, aber ich kann Ihnen verſchaffen ich will Ihnen ein Licht anzünden, wenn Sie mir einen Feuerſtein und Schwefelhölzer geben.—„Wenn ich einen Ftuerſtein hätte, würde ich Sie nicht geſtört haben, aber ich bin erſt eingezogen und habe noch nicht alle meine Sachen da.“ Ich hatte Luſt, ihr zu entgegnen: Brauchen Sie einen Wagen, um ihren Feuerſtein hierher zu ſchaffen? allein das wäre zu grob geweſen; die Kleine war hübſch und ich wollte mich gefällig gegen ſie zeigen.„Warten Sie, ſagte ich, wir wollen ſchon Feuer bekommen.“ Ich beſinne
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