Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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wiederum auf ſein Studium. Allein Bouchenot brachte ſelten einen vernünftigen Vorſatz zur Ausführung; überdieß hätte er zu dieſem Zwecke arbeiten müſſen und dazu hatte er wenig Luſt. Die Weiber, die Freuden der Tafel und das Spiel waren ſeine Ab⸗ götter; der Himmel hatte ihn mit jenem glücklichen Gemüthe begabt, welches nichts betrübt, nichts er⸗

ſchreckt, das nie für die Zukunft, nicht einmal für

den künftigen Tag ſorgt.

Ich muß übrigens hier die Bemerkung machen, daß man mit einem ſolchen glücklichen Gemüthe gar oft im Spital endet.

Um dieſes Bild zu vollenden, muß ich hinzufügen, daß Bouchenot ſehr dünkelhaft, oft ſogar unverſchämt, und obgleich er an Einem fort von den Duellen ſprach, die er gehabt zu haben vorgab, die Tapferkeit doch ſeine ſchwache Seite war; ſeine näheren Bekannten wußten, was ſie von ſeinen Prahlereien zu halten hatten. Einer der Gründe, warum er ſein Studium vernachläßigt habe, war der, daß die Studenten zu oft ſeinen Muth hätten auf die Probe ſtellen wollen.

Jetzt ſeid ihr mit den drei Bewohnern des ſo arm⸗ ſelig möblirten Zimmers bekannt; wir wollen nun ſehen, womit ſie ſich in dieſer kalten Stube, welche trotz dem, daß der Thermometer zwei Grad unter Null ſtand, nicht geheizt war, die Zeit vertrieben.

Biſt Du bald genug auf und ab gegangen, Bouchenot? fragt der junge, mit Schreiben beſchäf⸗ tigte Mann ungeduldig.

Potz Tauſend! Du freuſßt mich, Georg; darf man

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