Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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aber dieſe Vereinigung war nicht unangenehm bei Conftantin Fidelius Bouchenot⸗ der im gegenwärtigen Augenblick in einer dem Nachtleibchen eines Frauen⸗ zimmers ähnlichen Jacke, nankinenen Koſacken⸗Bein⸗ kleidern und einer ſchwarzen, ganz modern gemachten Weſte in der Stube auf und ab ging.

Conſtantin Fidelius Bouchenot war ein geborner Pariſer; ſein Vater, ein rechtſchaffener Conditor in der Lombarden⸗Straße, hatte ſeinen Sohn beim Ge⸗ ſchäfte verwenden wollen; da er aber bald bemerkte, daß der kleine Fidelius mehr verzehrte als leiſtete, änderte er ſeinen Plan und beſchloß, einen Advoka⸗ ten aus demſelben zu machen. Er hatte zugleich be⸗ merkt, daß der Kleine eben ſo ſchwatzhaft als lecker⸗ haft war, und dieſe frühzeitige Beredtſamkeit ſchien ihm von guter Vorbedeutung: er ſah in dieſem Kinde einen würdigen Vertheidiger der Juſtiz und entſchied ſich, ihn die Rechtswiſſenſchaft ſtudiren zu laſſen.

Obgleich der kleine Bouchenot gern ſchwatzte, ſo verabſcheute er dagegen doch das Studium und die Arbeit. Nachdem er in der Schule ſchlecht beſtanden, bekümmerte er ſich auch ſpäter wenig um ſeine Wiſſen⸗ ſchaft. Die Zeit verfloß und der alte Conditor ſtarb; ſeine Gattin war ihm ſchon lange in's Grab vor⸗ angegangen. Fidelius ſah ſich im Beſitze von eini⸗ gen tauſend Thalern und einigen hundert Schachteln mit Zuckerwerk und Bonbons verwaist. In kurzer Zeit vergeudete er ſeine Erbſchaft, verkaufte ſodann das Mobiliar und die übrige Hinterlaſſenſchaft ſeiner Eltern, und als er nichts mehr hatte, legte er ſich