Wir näherten uns einander bis zur Mahl⸗ zeit faſt gar nicht, und erſt da zu Tiſche gerufen ward, hatte ich Gelegenheit, mich bey der Dame vom Hauſe nach der Fremden zu erkundigen. „Nein, nein, mein ſfeiner Herr! das iſt nichts fuͤr ſien— verſetzte dieſe—„ſeht doch, ſticht ſie ihnen in die Augen?5— Sie drohete mir mit dem Finger.—„Nichts, nichts! die Dame iſt verheirathet, und ſie werden heute die Guͤte haben, mit dem Platze neb en mir vor⸗ lieb zu nehmen!“ Wirklich nahm mich die gute Tante, und recht ernſtlich in Beſchlag; ich ſollte die nagel⸗ 1 neueſten Meßneuigkeiten der Geſellſchaft zum Beſten geben, und erſchoͤpfte mich eine Zeit lang in Hererzählung alles deſſen, was nur das min⸗
deſte allgemeine Intereſſe gewaͤhren konnte, von den ſo eben erſchienenen Schriften und Moden an bis zu dem Marionetten⸗Theater, das waͤhrend 3 der letzten Meſſe faſt die Eiferſucht groͤßerer Kuͤnſtler gereitzt hätte. K
Doch ſo getren und breit auch meine Be⸗ richte waren, ſo ließ ich doch während derſel⸗ pen meine gegen über ſitzende Fremde nicht aus den Augen. Je geſchätzter, je artiger und liebens⸗ würd iger ſie auch jetzt mir wieder vorkom; deſto mehr beleidigte er meine Eitelkeit, daß ſie— 2 zwar manchen freundlichen Blick mir zuſandte,
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