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233 eine geheime Ahndung gehabt, nach meiner Reiſe⸗ geſellſchaft, und ſandte mir verwelkte Veilchen⸗ blätter und vertrocknete Abſchiedsthränen; jeder Gedanke, daß auch ſie in der Treue wanken koͤnne, war verbannt, das Abenteuer auf der gelben Kutſche völlig vergeſſen.
ungefaͤhr am fuͤnften Abende nach meiner Zuruckkunft wurde ich zu einer Geſellſchaſt in den Garten einer weitlaͤufiigen Verwandtinn ge⸗ bethen. Sie iſt eine gar ſtaats⸗und weltkluge Patricierinn, und ſcheint ſich es zur Pflicht auf⸗ gelegt zu haben, alle rauhen Ecken meines We⸗ ſens nach und nach abzuſchleifen. So oft ſie mich einladen läßt, kann ich jederzeit auf einen zahl⸗ reichen Zirkel vom ſchoͤnen Geſchlechte mit ½ cherheit rechnen.
Auch dieſes Mahl winkten mir aus dem Gar⸗ tenſaale ſchon von fern die niedlichſten Sommer⸗ huͤtchen und noch weit niedlichere Geſichtchen, und da ich naͤher kam, ward ich nicht wenig uͤberraſcht, in dieſem auserwaͤhlten Kreiſe— auch meine Reiſegefährtinn zu entdecken. Sie gab ſich das Anſehen, mich nicht wieder zu er⸗ fennen. Ratuͤrlich that ich das nähmliche, ob⸗ ſchon mich ihre Verſtellung um ſo mehr verdroß, je mehr ich bemerken mußte, daß das fremde Daͤmchen mit großer Achtuͤng und
behandelt wurde.
ethe Biblioth. 10. 2.


