47 pare Geheimniß. Ich liebte die Arme, wie meine Seele; ich beſtand darauf, daß ihre Schande verborgen bleiben, daß das Kind auf meinen Nahmen getauft werden ſolle! We⸗ der ſie ſelbſt, noch ihr Vater, waren durch meine Verzweiflung, ſelbſt nicht durch meine Thrä⸗ nen, hierzu zu bewegen!“
„Sie gebahr einen Sohn, den ſie, ohne Zu⸗ thun ihres Ungluͤckſtifters, mit ihrer Haͤnde Ar⸗ beit erziehen wollte. Allein die Genichte hatten von dem Vorfalle gehoͤrt, und die Ungluͤckliche wurde zur Kirchenbuße verurtheilt. Dieſe oͤffent⸗ liche Beſchimpfung war mehr, als das arme, durch ſo viele Leiden geſchwächte Mädchen ertra⸗ gen konnte. Man fand am Abend vorher ihren
Leichnam in⸗ der Warre!“
„Ich rannte, ſo bald ich es erfuhr, zu ih⸗ rem Vater, um mit ihm vereint der Leiche ein ſtilles, aber ehrliches Begräbniß zu verſchaffen. Der fromme, ſchwärmeriſche Alte, der ſeine
Tochter des Selbſtmordes halber fuͤr ewig ver⸗ dammt hielt, war auf dieſe Nachricht in Melan⸗ cholie verfallen und davon gegangen. Die ganze, ihn wie einen Vater zliebende Gemeinde ſuchte ihn mehrere Tage lang in allen Flüſſen und Ab⸗ gruͤnden.* „Das arme Mädchen wurde auf mein fle⸗ bentliches* bey Rachtzeit nahe an der Kirch⸗


