Teil eines Werkes 
1. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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So wenig dieſe Anwendung ihres Ueberfluſ⸗ ſes zu tadeln war; ſo liebte doch die Räthinn ihr eigenes Vergnuͤgen zu fehr, um auf den kuͤnfti⸗ gen Stand, ja ſelbſt auf den Ruf ihrer Geſell⸗ ſchafterinnen, immer die ſtrengſte Ruͤckſicht zu nehmen, und beſaß ſelbſt nach zu viel Eitelkeit, um nicht an den Huldigungen vornehmer junger Leute, geſetzt auch, daß dieſe eigentlich durch die Schoͤnheit ihrer Pflegetoͤchter angezogen wurden, Geſchmack zu finden. Sie ließ es ſich daher eifrig angelegen ſeyn, auch Lottchen und Jettchen, die in der That alle ihre Vorgängerinnen verdunkel⸗ ten, modiſch heraus zu putzen, und bald genug ſahe ſie aufs neue einen Kreis der artigſten Maͤn⸗ ner um ſich verſammelt.

Beſonders draͤngen ſich, ſo bald die ſchoͤnen

Foͤrſterstoͤchter bekannt worden waren, die Ge⸗

bruͤder von Rothenbucha an die Kriegsraͤ⸗ thinn, wovon der aͤltere, Rahmens Franz, Jagdjunker war, der juͤngere, Louis, aber bey Ausbruche des Krieges als Faͤhnrich ſeine Ent⸗ laſſung geſucht hatte.

Beyde waren ſehr reitzende und angenehme Geſellſchafter; beyde wußten das Recht der Rach⸗ barſchaft geltend zu machen, und, wenn ſchon

Lottchen durch die Liebe gegen Philipp von zu weit gehender Vertraulichkeit mit dem ſo ziemlich in den Schranken der Beſcheidenheit bleibenden