Teil eines Werkes 
3. Bdchn (1831)
Entstehung
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irdiſchen Hoffnungen zu thun hat! Ich habe mich längſt darin gefunden, jeden Wunſch, der ſich hier⸗ auf bezieht, als unerfüllbar zu betrachten. Aber nur Freiheit der Seele bedinge ich mir, damit kein Zwang, nur die Zeit über meine Zukunft entſchei⸗ de! Bleibt er, der ſo hoch vor allen erhaben ſteht, ſtets der Erſte in meinem Gemüth, ſo wer⸗ de ich auch unvermählt meinem Vater die Freude zu machen ſuchen, die er wünſcht, ſo flüchte ich zu der Freiſtatt, die Ihr fürſtliches Wort mir geſichert, ſo wird Ihre Huld, meine Fürſtin, de⸗ ren ich mich würdig zu machen beſtreben werde, ihm der ſchönſte Bürge für das vollkommene Glück ſeiner Tochter ſein.

Meine gute, liebe Comteſſe! ſagte die Fürſtin, indem ſie mir gütig die Hand reichte, dieſe Freiſtatt ſoll Ihnen jederzeit geſichert ſein! Aber, fuhr ſie, mich prüfend betrachtend, fort: irren Sie ſich auch wirklich nicht in Ihrer Rei⸗ gung zu Norden? Er muß ſchon bei Jahren ſein, und kann, nachdem was ich von ihm weiß, nicht ganz zu Ihrem Charakter paſſen. Es gibt Menſchen, die den gen Himmel ſtrebenden Alpen gleichen, ihr ſonniges Haupt leuchtet weit umher, und verkündet uns das Bild der höchſten Reinheit und Klarheit. Wir meinen, die Nähe der Sonne müßte ihnen ihre Wärme mittheilen, und verlangen