Teil eines Werkes 
3. Bdchn (1831)
Entstehung
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entſpringende, doch unläugbare Verirrung zum Grund haben würden. Ich ſehe in Ihnen, Com⸗ teſſe, auf's Neue bewieſen, wie der Weg zum wah⸗ ren Schönen nicht durch die Schulen gründlicher Gelehrſamkeit, oder pedantiſcher Nachahmung vorgeſtellter Formen geht; Ihr Genius erhob ſich frei, wie die feſſelloſe Pſyche über die Blumen und Dornen der Erde, ſog ſeinen Balſam aus bei⸗ den, und trägt ihn nun, in Glauben und Liebe, dem Himmel zu und den Herzen, die ſeiner be⸗ dürfen!

Was Sie mir von den Bewegungsgründen Ihres Handelns mitzutheilen die Güte hatten, macht Ihrem Charakter Ehre, und beweiſt mir, daß Sie die Lehren Ihres Freundes beherzigten. Ich ſtimme mit dieſer Ihrer Denkart vollkommen über⸗ ein, hoffe aber mit Gewißheit, daß die Zeit der⸗ einſt kommen wird, wo Sie die Wünſche Ihres Herrn Vaters, ohne Zwang und mit der völlkom⸗ menſten Ueberzeugung Ihr Glück zu gründen, er⸗. füllen werden! Möge der Himmel meine Wünſche ſegnen, damit Sie Andern die Freude zu machen vermögen, wie Sie ſie ſtets ſo gütig zugedacht

Ihrem. Freunde Rorden.