der Freuden Anderer, einiges Glück genießen. Die gütige Fürſtin, die mich mit gleicher Liebe em⸗ pfangen hat, erlaubt mir oft, ihre einſamen Garten⸗ freuden zu theilen. Sie hält viel auf ausländiſche Gewächſe und hat ſelbſt viele Kenntniſſe in der Bota⸗ nik. Mit Vergnügen empfange ich ihre angenehme Belehrung, und laſſe mich von ihr in die Geheim⸗ niſſe der Pflanzenwelt einweihen. Graf Ordeck be⸗ richtigt nicht ſelten meine geſammelten Kenntniſſe, und ergänzt ſie, indem er im Reiche der Natur voll⸗ kommen zu Hauſe iſt, und dies intereſſante Stu⸗ dium ſtets mit Liebe getrieben hat. Er ſteht noch immer recht ſichtlich in der Gunſt der Fürſtin, und ich habe ſchon oft mit Betrübniß bemerkt, daß ſie, die mir ſo mütterlich geſinnt iſt, mir vft des Gra⸗ fen Verdienſte ſo ernſt und bedeutſam vor Augen ſtellt, daß ich den Wunſch nicht verkennen kann, den ſie hegt, und den ich ja nimmer erfüllen kann. — O, wenn ich doch nicht fürchten dürfte, daß ich ihr durch den Widerſtand, den ich ihren und mei⸗
nes Vaters Wünſchen zu leiſten gezwungen bin,
mißfüllig werden dürfte! Lieber entdecke ich ihr mein ganzes Herz! Sie wird mich dann bedauern, aber gewißlich nicht haſſen, ſondern mich um des Schmerzes willen, der in ſo zarter Jugend über mich kam, nur noch inniger ihrer Theilnahme wür⸗ digen!—
—


