Teil eines Werkes 
3. Bdchn (1831)
Entstehung
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Hundertſiebenter Brief.

Die Obriſt von Lichtfeld an ihre Schweſter.

Aus der Reſidenz, im Mai 18**.

Jc habe lange geſchwiegen, weil das ewige Ei⸗ nerlei ſich wiederholender häuslicher Sorgen und fader Tagesbegebenheiten mir keinen Stoff zur Mittheilung bot. Dabei habe ich viel gelitten; Schwäche, geiſtige und körperliche Abſpannung, Ueberdruß an jedem Vergnügen, das ich mir dach⸗ te; mein Hausweſen ging trotz dem ſeinen Gang, nichts ſtörte die Ordnung, die Bequemlichkeit, an die mein Gemahl gewöhnt iſt. Aber dies war auch Alles, was ich zu leiſten vermochte. Der Geſellſchaft ſtarb ich faſt gänzlich ab. Der Obriſt vermißte zum Glück wenig die Talente der Geſel⸗ ligkeit, der Anmuth, deren ich mich von Tag zu Tage mehr beraubt ſah. Er hatte noch immer