Hunderterſter Brief.
Norden n W 1er
Breiſach, im April 18**.
Dein wohlmeinender Rath, mein Freund, ſo zweck⸗ mäßig er bei ähnlichen Fällen ſein möchte, iſt für mich nicht anwendbar, weil er bei meinem jetzigen Seelenzuſtande gegen meine Grundſätze ſtreitet. Du meinſt, ich ſoll mich vermählen, und nennſt es das einzige Mittel, Angela's Gefühlen eine andere Richtung, dem zerſtörenden Kampfe der meinen einen unumſtößlichen Halt zu geben.— Recht gut! — Aber Du vergiſſeſt, daß dies meinen Grundſätzen widerſpricht. Ich habe vielleicht mehr als je das Strafbare der Gedanken⸗Sünde und ihre unſeli⸗ gen Folgen zu beobachten Gelegenheit gehabt, und würde eine Anſicht, die ich früher ausgeſprochen habe, nicht zurücknehmen können, ohne mich ſelbſt zu erniedrigen, indem ich gegen meine Ueberzeu⸗


