Mein Vater findet mich blaß ausſehend, auch Ordeck bemerkte dies letzthin. Ach, der gütige Graf Ordeck, wie iſt er doch immer ſo brüderlich, ſo be⸗ ſorgt, ſo theilnehmend gegen mich! Er kommt ſehr oft zu uns herüber, und erheitert mich durch ſeine Gegenwart!— Kein Wort der leiſeſten Hoffnung kommt über ſeine Lippen, er bleibt mir ſtets der treue, ergebene Freund, ohne einen andern Lohn, als mein Vertrauen zu begehren.— Ich ſage ihm alles, was mich freut vder betrübt, er überlegt mit mir, was zu meiner innern Zufriedenheit bei⸗ tragen kann, ohne dem Willen meines Vuters ent⸗
gegen zu handeln, und vereint ſich mit mir in der Pochachtung für den edelſten, würdigſten der Män⸗ ner. Sein Betragen gegen Malvi, der uns ſeit einigen Tagen verlaſſen hat,— war muſterhaft. — Ich habe Ihnen ſchon öfterer von der vorneh⸗ men Dreiſtigkeit geſagt, mit der ſich dieſer Mann über alle ſeines Gleichen erheben will, und füge noch hinzu, daß er auch Ordeck damit nicht ver⸗ ſchonte, und einigemal recht ſtolz auf ihn herabſah; — mir war Ordecks Geduld, mit der er ſeine na⸗ türliche Heftigkeit bezwang, um ſo mehr zu bewun⸗ dern, da ich ſein Temperament kenne, und oft von ſeinem Aufbrauſen bei ähnlichen Fällen Zeuge ge⸗ weſen bin.— Ich äußerte ihm meine Meinung hierüber: Er lächelte.—„Man kann ja wohl“,


