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Ich erwartete mit Sehnſucht den Abend. Wir fuhren bei einem ſchönen Gartenhauſe vor, und wurden in das Zimmer der Fürſtin gewieſen. Sie ſaß mit einer ältlichen Dame auf einem So⸗ pha, das rings umher mit ausländiſchen Gewächſen aller Art umgeben war. Der Anblick des blühen⸗ den Frühlings im Beginnen des Winters, war mir ein lieber, erheiternder Anblick. Ich nahte mit einem Geſicht voll Freude der Fürſtin, und erwie⸗ derte ohne Scheu ihre gütigen Worte. Sie ſagte mir viel Liebevolles über mein Gedicht, und bat mich, die kindliche Sprache, die darinnen waltet, gegen ſie beizubehalten. Sie frug mit Theilnahme nach der Art meiner Erziehung, und entwickelte eine ſo tiefe Einſicht und ein ſo wahres, inniges Gefühl, daß ich mich immer glücklicher in ihrer Nähe fühlte. Sie kam im Geſpräch auf meine verewigte Mutter, die ſie gekannt hat, und erin⸗ nerte ſich mit Freuden der vergangenen Zeit. Meine Augen gingen mir über, als ſie ſo gut und freundlich von meiner Mutter ſprach, ſie bemerkte es, und wurde gleichfalls gerührt.— Die Münter benutzte die Pauſe, das Wort zu nehmen, ſie fing an von den Eindrücken zu erzählen, die das Neue meiner jetzigen Umgebungen auf mein Gemüth ge⸗ macht, und ſagte ſo vieles zu meinem Lobe, daß ich einmal über das andere darüber erröthete.—
Angela III. 3


