mich ſelbſt, die Unterrichtsſtunden begonnen, zu denen mich meine Sehnſucht drängt. O, wäre ich bald ſo weit, das auszuführen, was ich im Herzen trage! Noch ſchweige ich gegen Sie, aber Sie werden mit Ihrer Angela zufrieden ſein, wenn ſie die erſten Kräfte eines erwachenden Talents einem heiligen Gegenſtande weiht!—
Nun, meine Liebe, eile ich Ihnen von den äußeren Begebenheiten der letzten Tage zu erzäh⸗ len. Ich habe die Hand unſerer Fürſtin geküßt, ich habe vor der milden, ehrwürdigen Frau geſtan⸗ den, im vollen Gefühl innigſter Hochachtung, kind⸗ licher Liebe.
Man hatte mich an dieſem Morgen ſehr reich gekleidet. Mir gefielen die vielen Juwelen nicht, die man mir angelegt hatte. Ich wagte es, die Baroneſſe darauf aufmerkſam zu machen, daß es meiner Jugend und meiner bisherigen Lebensweiſe angemeſſener ſei, in einfacher Kleidung zu erſchei⸗ nen. Sie gab es freundlich zu, daß ich das über⸗ flüßige Geſchmeide ablegen konnte, und ſo fuhr ich denn in einer einfachen weißen Atlaß⸗Robe mit der Barontu zur Cour. Wir fanden bereits einen glänzenden Cirkel verſammelt. Es war ein Feiern in der Verſammlung, das mich ein wenig beklom⸗ men machte, wie jede ahnungsreiche Stille, die ei⸗ ner großen Erſcheinung vorangeht. Endlich trat


