Selbſt, voll kreuer Hinweiſung auf den, deſſen Hand uns allein ſicher zu leiten vermag.— O, vermöchte ich doch Beider Erwartungen zu er⸗ füllen, Beide zu vereinen in einem Gott und Menſchen wohlgefälligen Leben, ohne Einen oder den Andern zu betrüben! An meinen Vater bin⸗ det mich die innigſte Kindesliebe, an Norden jeder Strahl, der meine Seele erleuchtet, jede erhebende Ueberzeugung, die ich ihm verdanke. Nie könnte ich den Verluſt ſeiner Zufriedenheit ertragen, weil dieſe mir mehr für die Aechtheit meines Werthes bürgt, als die jedes Andern.
O Richardis, ich will wachen, ſorgſam wa⸗ chen über mich ſelbſt. Die Eitelkeit muß ein ge⸗ fährlicher Feind ſein, denn ſie hat auch Rordens Ruhe einſt angefeindet. Er kennt ihre Gefahr, und warnt dringend vor ihr. Ich ſchritt, nachdem ich ſeinen Brief geleſen, zu einer ernſten Prüfung meiner ſelbſt, aber ich fand die Eitelkeit nicht; denn wenn ich ſie auch einmal zu ertappen glaub⸗ te, ſo war es die Liebe, die ich gefangen hielt. Für meinen Vater, zur Freude meines Lehrers, unternehme ich ja alles, was ich nur denken mag. Ich möchte alle Kränze des Lebens ſammeln, um alle auf ein geliebtes Haupt niederzulegen, Alles umfaſſen, Alles beſitzen, um Alles liebend verſchen⸗ fen zu können. Ich habe daher, beruhiget über


