Teil eines Werkes 
3. Bdchn (1831)
Entstehung
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= 4⁰= trifft, je mehr wir unſer Empfindungsvermögen verfeinern.

Nun aber, v Freundin, ein Wort über die

Kunſt ſelbſt, und über ihr Verhältniß zur Religion. Die Kunſt iſt allerdings eine Tochter des Himmels, hervorgehend aus den heiligſten Kräften der menſch⸗ lichen Natur. Ihr Beruf, wie Sie ihn annehmen, iſt ſogar mit dem der Religivn verwandt, durch die Erhebung, die der Anblick reiner Schöne in uns bewirkt; aber ſo hell der Kelch dieſer himm⸗ liſchen Blume ſtrahlt, ihre Wurzel ruht dennoch in

der Erde, und ihr Reich iſt die Sinnenwelt. Sie kann durch ihren Duft unſer Herz dem Ueberſinn⸗ lichen erſchließen, aber ſie kann uns auch Gift bie⸗ ten, je mehr oder weniger ſie himmliſche oder irdi⸗ ſche Stoffe ſog. Ganz anders iſt es mit der

Religivn. Sie bedarf in ihrer einfachen Herr⸗ lichkeit keiner äußern Mittel, um das Herz der Erde zu entrücken; ſie bemächtiget ſich unſers Ge⸗ müthes, wenn der Schmerz oder die Freude uns daniederbeugen will, und hebt uns über uns ſelbſt empor, zu dem Herzen des liebenden Vaters, deſ⸗ ſen Daſein unſerm denkenden Geiſte das heiligſte Bedürfniß iſt. Je einfacher die Art unſerer Got⸗

tesverehrung iſt, deſto freier wird unſer Geiſt von

den Banden der Sinne, deſto inniger ſeine Ge⸗ meinſchaft mit dem Herrn. Darum bitte ich,