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bilden begehren. Gewähren Sie dem einmal er⸗ wachten Trieb Ihres Herzens, aber laſſen Sio ihn nie zur vorherrſchenden Neigung werden! Was Sie bisher unter meiner Leitung begonnen, was Sie geſchrieben und gedichtet, ging weniger gus dem Geiſt, als aus Ihrem Gemüth hervor. Die⸗ ſes wird die Quelle bleiben, aus der Sie ſchöpfen. Aber erſchöpfen Sie ſie nicht, Angela!— Die Kraft des Gemüthes iſt der Schatz, den das Weib im Leben vor Allen bedarf, durch den ſie am höch⸗ ſten beglücket, aus deſſen ungeſchwächtem Reichthum allein die Thaten frommer Liebe, ſtiller Aufopfe⸗ rung hervorgehen können. Das Gemüth aber iſt der zarteſte, verletzbarſte Theil unſerer Menſchen⸗ natur! Je mehr wir unſere Kräfte dort hinzulei⸗ ten ſuchen,— je reizbarer, aber auch um ſo zer⸗ ſtörbarer wird es werden.— Ihr Leben, Comteſſe, wird Ihnen nie die dauernde Ruhe geſtatten, di⸗ Sie nöthig haben würden, um eine Begeiſterung zu bewahren, die Sie jetzt in der Kunſt das Ziel Ihres Sehnens ahnen läßt!— Die Einwirkungen des profanen Lebens ſind um ſo ſchneidender, j2 ſorgſamer wir die zarten Klänge aufſuchen, deren wir zu einer pvetiſchen Erhebung bedürfen, und bringen die ſtörendſten Diſſonanzen in ein Leben, das ſich der reinſten Harmonie weihen will.— Das ſind die Dornen, deren Stich unausbleiblich


