Teil eines Werkes 
3. Bdchn (1831)
Entstehung
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gen, und der Welt entziehen! Jedes Licht iſt be⸗

rufen zu leuchten, und vor Allen ein ſo reines, wie das einer ſo, zart als klar empfindenden Seele.

Sie küßte mich hierauf auf die Stirn, und

ſtrich mir ſchmeichelnd die Locken von derſelben.

Sie weinen, Kind? rief ſie verwundert;was iſt Ihnen? was weinen Sie?Verzeihen Sie, bat ich,meinem Kleinmuth! Mir iſt, als wäre in dieſem Augenblick das Allerheiligſte meiner Seele den lauernden Blicken der Menge Preis gegeben, als wäre mir etwas ſehr Theueres

genommen, und ein unächtes Gut dafür eingehan⸗

delt worden.

Verbannen Sie jede Engherzigkeit, liebe Comteſſe! rief die Baroneſſe ſich aufrichtend: Selbſt die liebenswürdigſte Beſcheidenheit hat ihre Grenzen, wo ſie aufhört Tugend zu ſein. Werfen Sie die beſchränkenden Vorurtheile hinweg, und lernen Sie ſich zu größeren Geſinnungen erheben! Jeder Vorzug des Verſtandes, des Geiſtes, des Herzens, berechtiget zu größerer Freiheit! Meinen Sie, die Tugenden frommer Sitte wären Nonnen, die ewig in Schleier gehüllt, ſich nie aus der klö⸗ ſterlichen Zelle des Herzens herauswagen dürfen? Könnten Sie ſo ungerecht ſein, unſere Dichter und Dichterinnen zu tadeln, daß ſie unſer Herz durch