einer gewiſſen vornehmen Impertinenz, welches ſie aber gar nicht zu bemerken ſcheinen, ſondern im⸗ mer gleich artig und gütig gegen ihn ſind. Auch mich wird er mit ſeinen Bemerkungen nicht ver⸗ ſchonen!— Ein unerfahrenes Mädchen, wie ich⸗ muß nur zu oft Gelegenheit dazu geben, ob ich gleich eben nicht ſagen kann, daß ich eine ſtörende Verlegenheit in dieſen Geſellſchaften empfände, die meinem natürlichen Betragen nachtheilig wäre. Seitdem mein Vater abgereiſt iſt, ſchließe ich mich, meine Vereinzelung ſchmerzlich empfindend, um ſo inniger an die Baroneſſe an, die mir lie⸗ bend entgegenkommt. Ich erhielt heute früh Er⸗ laubniß, ſie in ihrem Schlafzimmer zu beſuchen, und fand ſie, wie gewöhnlich, leſend im Bett. Sie ſchlug die ſeidenen Vorhänge deſſelben zurück, und winkte mir zu ſich.„Da leſen Sie, mein Kind!“ rief ſie mir zu, mir ein elegantes Taſchenbuch ent⸗ gegenhaltend.— Ich las, und entfärbte mich.— Es war mein eigenes Gedicht, mit meinem Namen unterzeichnet. Sie bemerkte meinen Schreck, und zog mich an ihre Bruſt.„Warum ſo betroffen, Angela?“ rief ſie mir zu.„Reiches, gottgeſegne⸗ tes Kind, danken Sie dem Himmel, daß er Sie würdigte, Anderen Freude zu ſpenden. Wenigen ward dies ſchöne Talent verliehen, darum dürfen wir es aus kleinlichen Rückſichten nicht verſchwei⸗
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