aufmerkſam, ſo ehrerbietig geſehen. Aber ſie ver⸗ dient es auch um ihn. Wie gütig hat ſie uns auf⸗ genommen, wie groß iſt ihre Gefälligkeit, da ſie mir ſo wichtige Dienſte erzeigen will! Wie be⸗ zeigt ihr ganzes Betragen ſo viel Wohlwollen, ſo viel Freundſchaft. Sie hatte den folgenden Tag, wo mein Vater noch anweſend war, viel Geſell⸗
ſchaft. Unter einer Menge von Herren, die mir
ganz fremd waren, entdeckte ich ſogleich den Gra⸗ fen Malvi, den ich damals in Warmbrunn geſehen hatte. Die Barvneß ſtellte mir denſelben als ei⸗ nen Freund ihres Hauſes vor, und präſentirte mich ihm als ihre Mignon, von der ſie ihm ſo viel ſchon erzählt hätte. Er verſicherte mir auf eine ſchmei⸗ chelhafte Art, er hätte mich kaum wiedergekannt, ſo habe ich mich binnen der kurzen Zeit formirt. Er unterhielt ſich eine Zeitlang recht artig mit mir, doch ſchien dies mehr aus Gefälligkeit gegen die Baronin zu geſchehen, als aus eigenem Wohlgefal⸗ len an meiner Unterhaltung. Wie es mir ſcheint, iſt er der Liebling der hieſigen Damenwelt, man verzeiht und überſieht ihm viel um ſeiner geſelli⸗ gen Vorzüge willen, und zollt oft ſeinen ſatyri⸗ ſchen Bemerkungen einen Beifall, den ich ihnen nach meinem Gefühl nicht geben kann. Er ſcheint dieſes wenig zu beachten, und behandelt Alle außer der Baronin und ihrer ſchüchternen Novize, mit


