Teil eines Werkes 
3. Bdchn (1831)
Entstehung
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erfahren, mein Kind! Sie hatte mich mit den

wenigen Worten ſehr nachdenkend gemacht. Ri⸗ chardis, es wäre ſehr übel, wenn ſie Recht hätte, wegen des Grafen! Gewiß ſehr übel für uns Beide! Ich brachte, trotz des heitern Ge⸗ ſprächs ein Herz voll Beſorgniß mit nach Hauſe. Ein flüchtiges Wort kann pft die ruhigen Gedan⸗ ken unſers Herzens aufwiegeln und auseinander⸗ ſtören. Ich hatte Mühe mich zu ſammeln, als ein Bedienter der Barvnin uns meldete, ſie erwarte uns zum Frühſtück.

Wir fanden ſie in ihrem Wohnzimmer, das

einfach aber prächtig dekorirt, und mit Büſten be⸗

rühmter Männer verziert iſt. Sie ſaß, in ein koſtbares Regligee gekleidet, auf der Ottomane, und kam uns einige Schritte entgegen, als wir eintraten. Ich konnte die Baroneſſe nun bei Tage beſſer betrachten. Sie iſt eine Dame von einigen vierzig Jahren, und noch ſchön zu nennen. Ihr Geſicht iſt regelmäßig und voll Ausdruck, ihr Wuchs, ohne ſchlank zu ſein, doch voll Anmuth und Würde, und alle ihre Bewegungen voll Geiſt und Lebendigkeit. Sie ſpricht mit viel Ge⸗ wandtheit, doch iſt ihre Art zu unterhalten ganz verſchieden von der, die Herminen eigen iſt. Sie hat mehr Gelehrſamkeit, aber Jene mehr Geiſtes⸗ anmuth; mehr erlernten Verſtand als natürlichen