Teil eines Werkes 
3. Bdchn (1831)
Entstehung
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zier nicht unſchicklich ſein müſſe, laute Lobſprüche

zu ertheilen, weil ſelbſt die Baroneſſe es that. Das Geſpräch lenkte, nachdem es die wichtig⸗ ſten Ereigniſſe der jetzigen Zeit behandelt hatte, allmählig auf die neueſten Erſcheinungen der Lite⸗ ratur und Kunſt. Man ſtritt ſich über einige gelehrte Sätze, warf Fragen auf, und beantwortete ſie ſehr weitſchweifig, ohne eine genügende, klare Entſcheidung zu geben, bis die Baroneſſe die ſtrei⸗ tenden Stimmen unterbrach, und ihre Anſicht mit Verſtand und Deutlichkeit an den Tag legte, wo⸗ bei ſie ein recht imponirendes Weſen annahm, und

viele mir noch zum Theil fremde Kunſtausdrücke

gebrauchte. Man ſtimmte ihr allmählig bei, oder wollte vielmehr die eigene Meinung von der ihri⸗ gen beſtätiget ſehen, machte ihr viele artige Com⸗ plimente, und zog zur Fortſetzung des Geſprächs einige Brochüren hervor, die man flüchtig durch⸗ ging. Ich ergötzte mich an den mannichfachen Ur⸗ theilen und Bemerkungen, die hierüber ausgeſpro⸗ chen wurden, und gab mir Mühe, in die vorgetra⸗ genen Ideen einzugehen. Zum Unglück waren mir die Bücher, auf welche ſie ſich bezogen, alle fremd.

Die Baroneſſe äußerte ihre Verwunderung darüber,

und behauptete, ich vor Allen müſſe mit dieſen Soachen bekannt werden, um eine Rolle bei dieſer literariſchen Fehde übernehmen zu können.