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Mir war, als ſei nun der Vorhang vor meinem ſchönſten Lebens⸗Acte heruntergerollt, als fürchtete ich mich vor dem neuen Aufziehen deſſelben, und vor den zahlloſen, bunten Geſtalten, die hinter ihm harrten, um mich in ihre Mitte zu nehmen. Ich betete zu Gott um Stärke und Muth, und fand mich endlich nach langem Weinen beruhigter in meinem Gemüth. Eben wollte ich aufſtehen, als ſich die Thür öffnete, und Graf Ordeck eintrat. Eine auffallende Bläſſe lag auf ſeinem Ge⸗ ſicht, ſchnell aber wechſelte dieſe mit der lebhafte⸗ ſten Röthe, als er, mir nähertretend, die Spuren von Thränen auf meinen Wangen entdeckte. Die Frendigkeit ſeiner Augen ſchien die Beſorgniß Liü⸗ gen zu ſtrafen, mit der er mich anredete. Er ſprach viel und ſchnell, wie er immer thut, wenn er eine Freude im Herzen hat, ſprang von einem Gegenſtand auf den andern, von Trennung auf Wiederſehen, von ſtädtiſchen Vergnügungen zu ländlichem Glück, und fiel endlich, nachdem er wohl eine Stunde dies Weſen getrieben, und bald von meinem Fenſter zum Clavier, bald vom Sprechen zum Spielen übergegangen war, mit einer ſeltſa⸗ men Extaſe vor mir nieder, indem er einen Au⸗ genblick meine Knie umſchlang. Ich erröthete, und wollte aufſtehen.„So wahr ich lebe, Comteſſe!“ rief er:„Ich laſſe Sie nicht eher von dieſem Platz,


