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das Leben ſo ſpät noch die Blüten treiben, die dem Frühling des Daſeins allein gehören?— An— gela's ſanfter, inniger Blick erweckt oft eine ſo tröſtende Zuverſicht in meiner Bruſt, daß ich auf Augenblicke die Mißverhältniſſe vergeſſe, die zwi⸗ ſchen uns walten; ſchnell aber thürmen ſie ſich wieder rieſenhaft vor mir empor, und zeigen mir ibre Anſprüche und meine Hoffnungsloſigkeit.
Graf Ordeck's Betragen gegen Angela läßt mir keinen Zweifel übrig, daß die Liebe in ſeinem Herzen erwacht ſei.
Sein ganzes Weſen ſcheint verwandelt, er lebt nur für ſie, und ſinnt auf Ueberraſchungen und Ergötzungen aller Art, um ihr ein freundliches Wort, ein Lächeln des Beifalls zu entlocken.
Ob Angela die Annäherung ſeines Herzens bemerkt, ob ſie ſich ihres Einfluſſes erfreut?— — O, ſie bleibt ein Weib, und wenn ſie alle Ei⸗ genſchaften eines Engels beſäße! Sie wird nicht frei von Eitelkeit ſein, Huldigungen ſo ſeltner Art werden ſie nicht ungerührt laſſen, ich habe ſie bei ſolchen Gelegenheiten ſcharf beobachtet, und meine Befürchtungen beſtätigt geſehen!— Befürchtungen! — Sieh'! da tritt das Unrecht einmal recht ſicht⸗ bar aus dem Verſteck meines Herzens hervor!— Ich befürchte alſo, daß ſie den Grafen beglü⸗ cken könnte! Den Grafen, deſſen Verdienſte ich
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