Teil eines Werkes 
2. Bdchn (1831)
Entstehung
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tung erhebt die Gruppe zum ſchönſten Gemälde. Ich ſtehe, und kann mir nicht das Herz faſſen, anzuklopfen. Endlich ſieht ſie mich an, ich öffne die Thür, und, denke Dir mein Erſtaunen, es iſt die Kleine vvm Kynaſt, jetzt zur lieblichen Jung⸗ frau erblüht, die vor mir ſteht. Auch ſie kannte mich wieder, und war überraſcht, als ſie in mir den erwarteten Nachbar fand. Sie iſt die Tochter des Grafen Domelli, dem Breiſach gehört, genug, um meinen neuen Aufenthalt mir zum Elyſium zu machen. Ich erwache nun jeden Morgen zu der ſchönen Hoffnung, ſie zu ſehen, ſie zu ſprechen. O, die Weiber ſind nicht alle gehaltlos, wie ich meinte! Man muß Angelen kennen, um ein ſol⸗ ches Urtheil ſogleich für ungültig zu erklären⸗

Halb noch in der Unſchuldswelt der Kindheit ver⸗

weilend, ſchaut ſie ſchon ernſt zu dem Leben, zu Gott und Unſterblichkeit empor. Ihre Seele iſt wie ihr Auge, rein, fromm und voll Tiefe, ſie verſteht die Natur, wie ich ſie verſtehe, aber ſie iſt dabei ſo kindlich ſanft und beſcheiden, wie ich roh, heftig und ungeſtüm bin. Sie duldet meine Fehler mit großer Langmuth, und meint es gut

mit dem Wildfang, ich aber bin dankbar, ſo dank⸗

bar, daß ich ihr mein Herzblut hingeben könnte, wenn es ihr Nutzen wäre.