— W—
heimlicher Freude den ſtrömenden Regengüſſen zu⸗ ſah. Wir ſaßen ſtill, das Kind in unſerer Mitte, das röthliche Schlängeln der Blitze betrachtend, und lauſchten in geheimem Entzücken dem Kampf der Elemente. Ein unwillkürliches Feiern kommt in die Menſchenbruſt, wenn die Geiſter des Le⸗ bens und des Todes ſich gegenüberſtehen, und um den Sieg ſtreiten. Wir vermochten es nicht zu ſprechen, der Knabe aber wurde unruhig, kletterte an uns umher, und ſtand endlich hinter uns auf der Bank, mit ſeinen Armen uns beide umſchlin⸗ gend, ſo daß Angela's Locken einen Augenblick die Meinen berührten. Plötzlich fuhr ein fürchterlicher Blitzſtrahl dicht vor uns in den Boden, ihm folgte ein betäubender Donnerſchlag. Ich ſprang entſetzt empor, Angela lächelte mich mit ihren frommen Kindesaugen an.„Das konnte unſer Tod ſein!“ rief ich, die Comteſſe mit ängſtlicher Beſorgniß be⸗ trachtend; ſie reichte mir freundlich die Hand, und winkte mir von der Thür zurück.„Ich fürchte den Tod nicht““, ſagte ſie:„So am wenigſten! Das Glück iſt oft im Leben ſo zweifelhaft, ſo dun⸗ kel, ſo tief verſchleiert! Nur im Angeſicht der Ge⸗ fahr, meine ich, erkennen wir es in ſeiner wahren Geſtalt!““— Ich warf einen fragenden Blick auf ſie, ſie ſah mich mit den großen frommen Augen ſo offen, ſo unbeſchreiblich innig an, daß mir kein


