Sechsundvierzigſter Brief.
Norden an Walter.
Breiſach, im October 13**.
Jo, mein Freund, ich weiß jetzt, daß ich gänzlich geneſen werde! Ich habe es an Maoriens Grabe erfahren. Alle Quellen des inneren Lebens, lange zuſammengepreßt von dem Krampf erkrankter Ein⸗ bildung, zerrütteten Vertrauens, verſchüttet von den unſeligen Ereigniſſen jener Tage, brachen all⸗ mählich wieder aus ihrer Tiefe hervor, als ich an dem Hügel ſtand, der ſie umſchließt.— Tieſe
Stille war um mich her; die Häupter der Tannen, die dieſe Stelle bezeichnen, beſprachen ſich leiſ' und geiſterähnlich mit einander, ich glaubte eine Stim⸗ me von oben zu vernehmen, die meinem Herzen wohlthat. Verzeihung jedem Irrthum der Vergan⸗ genheit! ſprach es in mir,— da rang ſich ein Seufzer aus meiner Bruſt los, jene Worte wur⸗ den zum Gebet, das nicht mehr Marien, das mir
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