men kindlichen Seele nicht eher ſtörend als wohlthätig ſein möchte! Nur für das Herz einer Mutter dürf⸗ te dieſes Geſchäft taugen; wir Männer ſind oft zu rauh und heftig, um ein ſo feines Saitenſpiel 2 ne Furcht berühren zu können!““—
„Ich ſollte meinen“, entgegnete mein Vater: „daß Sie, mein Freund, vor Allen geeignet wären, mir hier thätig zur Seite zu ſtehen. Sie haben ſich viel mit ernſtem Rachdenken, viel mit dem Studium des Schönen beſchäftigt,— Ihnen war das Menſchen⸗ herz ſtets ein Gegenſtand ſorglicher Beobachtung; wie ſollten Ihnen die Mittel verborgen bleiben, es mit ſeiner eigenthümlichen Sphäre inniger zu vertrauen. Sie vor Allen vermögen meiner Tochter jene äſthe⸗ tiſche Bildung zu geben, die ihre Anlagen zu for⸗ dern ſcheinen; unter Ihrer Aufſicht würden ihr un⸗
ſere literariſchen Schätze zu wahren Capitalien wer⸗
den, die in der Folge die herrlichſten Zinſen brin⸗ gen könnten. Ich habe großes Vertrauen zu Ih⸗ nen, lieber Norden, und kann es wohl nicht beſſer beweiſen, als daß ich mein einziges Kind Ihrer Leitung anzuvertrauen wünſche. Angela iſt nicht ohne Talente; helfen Sie mir ſolche prüfen; rathen Sie mir, welche Lehrer ich ihr geben, welche Schu⸗ len ich ihr vorſchreiben ſoll. Muſik, Malerei, Poe⸗ ſie, alles bilde ſie aus, damit ſie meiner Erziehung
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