Teil eines Werkes 
2. Bdchn (1831)
Entstehung
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„Sehen Sie, Herr Superintendent“, begann mein Vater:„mein Kind iſt nicht ohne Anlagen! Es bedarf, wie ich ſagte, nur einer vorſichtigen, geſchickten Hand, dieſe Fähigkeiten zu leiten und zu entwickeln. Es ſchmerzt mich, daß ich das Ge⸗ ſchäft nicht ſelbſt übernehmen kann! Meine Er⸗ ziehung und ſpätern Verhältniſſe waren ſtets mehr geeignet, meine Aufmerkſamkeit der Außenwelt zuzulenken, als ſie der Beſchauung des inneren Menſchen zuzukehren, daher blieben mir die Wun⸗ der der Phantaſie, die mannichfaltigen Bewegun⸗ gen und Verkettungen der unſichtbaren Welt in der Menſchenbruſt fremd und unbekannt. Nun ſcheint mir aber die geiſtige Beſchaffenheit meiner Tochter gerade dieſe Kenntniſſe vor allen zu for⸗ dern, um ihre Kräfte gehörig zu würdigen und auszubilden, und ich ſehe mich genöthiget, noch einen väterlichen Freund für ſie zu ſuchen, der ihr mehr als Lehrer ſei, das heißt, der ihr Ge⸗ müth mit den Augen der Theilnahme ſtudiert, und alsdann nach der Nahrung forſcht, die ihm am gedeihlichſten ſein möchte!“—

Norden faltete ein Papier zuſammen, das er in der Hand hielt, und, es meinem Vater überreichend, begann er:„Die Natur erzieht ihre Lieblinge von ſelbſt, Herr Graf! Ich weiß nicht, vb das Einmiſchen fremder Hand in die zarte Harmonie einer ſo from⸗