Teil eines Werkes 
2. Bdchn (1831)
Entstehung
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Vierundvierzigſter Brief.

Die Baroneſſe Münter an den Grafen Domelli.

Auns der Reſidenz, im October 13

Wes Sie mir, mein verehrter Freund, von An⸗ gelen ſagen, iſt mir keinesweges befremdend. Als ſie noch ein zartes Kind war, bemerkte ich den Hang zu ernſten Beſchäftignngen in ihrer Seele. Darum zog ſie mich ſtets ſo räthſelhaft an, darum vernehm' ich noch jetzt jede Kunde von ihr mit ho⸗ hem Intereſſe. Widerſtreben Sie, ich bitte Sie, lieber Graf! ihren Meinungen nicht. Begünſtigen Sie vielmehr jede Gelegenheit, ihren Geiſt zu ent⸗ wickeln! Was iſt denn köſtlicher, als ein für das höhere Schöne empfänglicher Sinn? Wer woll⸗ te nicht alles aufbieten, ihm die Nahrung zu ge⸗ ben, nach der er verlangt? Aeußere Stille iſt nicht ſelten der keuſche Schleier innern Reichthums! Danken Sie Gott, daß Sie durch ein ſolches Kind geſegnet ſind, und glauben Sie nicht, daß ſie