Teil eines Werkes 
2. Bdchn (1831)
Entstehung
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geſetzte bewirkt. Sie neigt ſich ſeitdem nur noch inniger zu dem Herzen der Natur, und ſcheint an den übrigen Erſcheinungen des Lebens wenig In⸗ tereſſe zu nehmen, ſelbſt die Geſellſchaft der lie⸗ benswürdigen Domikowsky, von der ich mir gro⸗ ßen Nutzen verſprach, vermochte es nicht, ſie von ihren ſtillen Träumereien abzuhalten; ſie fühlte ſich 3 wohl augenblicklich von ihrer Lebendigkeit angezo⸗ 5 gen und fortgeriſſen, aber nur zu geſchwind trat wiederum die alte Stimmung bet ihr ein. Gut, mild, freundlich, ſanft, lauſcht ſie auf meine Mie⸗

nen, meine Bitten, aber ſelten erglänzt ihr Auge

von der Heiterkeit, die ich vor allen an der Ju⸗

gend liebe, weil ſie eine vollkommene Zufriedenheit

des Herzens verkündet. Ihr Geiſt ſcheint einer

anderen Nahrung zu bedürfen, als ich ihr zu rei⸗

chen vermag, ja ich fürchte, das Leben wie es in

der Wirklichkeit iſt, wird ſtets hinter ihren Wün⸗

ſchen zurückbleiben. Ich bemerkte ſeit einiger Zeit,

daß ſie oft mit Schreiben beſchäftiget war, und

wünſchte zu erfahren, was der Gegenſtand ihres

ſtillen Treibens ſei. Ich fand mehrere angefange⸗

ne Briefe an ihre Gouvernante, und nebenbet ei⸗

nige Gedichte, die nur zu deutlich den Stempel ih⸗

res weichen Charakters tragen, als daß ſie mich

wegen ihres Urſprungs in Ungewißheit laſſen könnten.