Teil eines Werkes 
2. Bdchn (1831)
Entstehung
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heit, die ich meinem Blicke wie meinem Herzen zu behaupten verſtand, täglich an Erfahrungen und Belehrungen mancher Art. Mein freimüthiges We⸗ ſen gefiel den Männern in eben dem Grade, als es den Frauen mißfiel. Es fehlte mir ſchon in früheren Jahren an Schmeichlern und Vereh⸗ rern nicht; die Erſtern waren mir ſtets zuwider, und mit den Letztern vertrug ich mich ſo gut, wie es mein Gefühl erlaubte, das heißt, ich erwiederte ihre Gefälligkeit, die Achtung, die ſie mir bewieſen, mit gleicher Höflichkeit, ſuchte mich aber, ſobald von einer Reigung die Rede war, die ich nicht mit Waohrheit erwiedern konnte, zurückzuziehen, welches nicht aus Laune vder Leichtſinn, ſondern aus Ueberlegung und ernſter Prüfung meines Her⸗ zens geſchah. Mein Vater war ſtets mit mei⸗ nen Geſinnungen einverſtanden, und fand es bei meinem Charakter nicht rathſam, mich zu einer Wahl zu überreden, die, wenn ſie mich beglücken ſollte, nur aus der innigſten Ueberzeugung und Wahrheit meines Herzens hervorgehen mußte. So plieb ich bis in mein ſiebzehntes Jahr in dér an⸗ genehmſten, glücklichſten Lage von der Welt, bis mich der unerwattete Tod meines Vaters auf einmal aus dem Zuſtande der ſorgenloſeſten Frei⸗ peit emporſchreckte. Zum Erſtenmale nahm die Sorge für meine Zukunft von meinem Herzen