—— chen eingeſtehen, die zu einer falſchen Beurtheilung
meines Charakters vielleicht Anlaß gegeben haben,
— Sie aber auch mit einigem Stolz in meine Ver⸗ gangenheit zurückführen, um Ihnen zu beweiſen, daß dieſe nicht ſcheuen darf, Ihrem ſtrengforſchen⸗ den Blicke zu begegnen.— Ich bin in W., einem kleinen Städtchen in Polen gebvren. Mein Vater war Offizier, meine Mutter aus einer der angeſehenſten Familien mei⸗
nes Vaterlandes. Noch weiß ich mich, ob ich ſie gleich in zarter Jugend verlor, ihrer ſeltenen Reize,
ihres einnehmenden Betragens zu erinnern. Ihr Tod war für mich der härteſte Verluſt, der mich treffen konnte, indem ich durch ſie die ſorgſam liebende Hand verlor, die mein Vater mir, bei aller ſeiner Liebe, nie ganz zu erſetzen vermochte. Ich war als
ein neunjähriges Mädchen fortan ſeiner Aufſicht
allein übergeben. Er hatte mich wegen meiner muntern Gemüthsart ſehr lieb, und geſtattete mir vielleicht mehr Freiheit, äls es für mein lebhaftes Temperament gut war,
Ich lernte bei der öfteren Veränderung ſeiner Garniſon, und bei dem häufigen Umgang, den er mit den Offiziers ſeines Regiments pflog, viel
Menſchen kennen; ich ſchenete es nicht, an der Un⸗
terhaltung der Männer Theil zu nehmen, die ſich in unſerm Hauſe verſammelten, ja ich gewann


