Teil eines Werkes 
2. Bdchn (1831)
Entstehung
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was that Ihnen der Sohn, daß Sie ſo kalt ſeine ſchönſte Lebensfreude auf den Altar der Pflicht hin⸗ legen konnten? O, Sie haben mein Herz nie ver⸗ ſtanden, ſonſt müßten Sie Reue empfinden, bittere Reue! Doch, wer ſagt mir, daß es nicht alſo iſt! Sie können um mich trauern, mich beweinen, und ich erfahre nichts von dieſen Thränen, von dieſem Mitleid, das mir gehört. O, wenn es wahr wäre, wenn Sie meinen Schmerz theilten, meine Liebe, was dürfte ſich uns dann noch entgegenſtellen? Was iſt jeder Zwang, jedes Vorurtheil, gegen die feſte Beharrlichkeit zweier Herzen? Rur Ihr Wille, Hermine! und die Feſſeln fallen, die mich bisher von Ihnen fern gehalten; ohne Zögern eile ich zu Ihnen, um den Schwur der Treue zu empfangen, und unſer Geſchick auf ewig zu vereinen. Meinen Sie, mei⸗ ne Mutter würde ihres Sohnes Glück auf ewig einem grundloſen Vorurtheil opfern? Fürchten Sie nichts, auch das beſte Herz kann einem kurzen Siechthum anheim fallen, aber es geht vor⸗ über, und die Geneſung folgt. Nur einmal lefe ſie in dem Glanz Ihres Auges: ſchnell würde der Wiederſchein meines Glückes die feindlichen Mächte bannen, die es zu ängſtigen verſuchten. Die Welt, wie ſie ſtets über das Freundlichſte im Leben den Schatten finſtern Zweifels zu werfen ſucht, hat