Ihr Bild, holde Hermine, in den Augen meiner Mutter verdunkelt! Die ſtille, in ſtrenger Einge⸗ zogenheit lebende Frau mißtrauet den Reizen der Anmuth, die den Huldigungen der Welt nicht ent⸗ gehen konnten:— ſſie hörte Ihren Namen zuerſt von der Lippe des Reides: wie ſollte da ein kla⸗ res Bild Herminens in ihrer Seele ſtehen?— Aber darf ich deshalb darben an Glück und Freu⸗ de, weil es der Verläumdung gelang, einen Augen⸗ blick zu triumphiren?— Rein, Geliebte,— die Jerthümer vergehen, aber die Jugend vergeht auch, und die Zeit,— und dieſe ſind beide ſo koſtbar. Ich fordere daher ein Zeichen von Ihnen, ob Sie meiner Liebe vertrauen, ob Sie meinen Wünſchen Erhörung ſchenken? Verweigern Sie mir eine bal⸗ dige Entſcheidung meines Schickſals nicht! Ich werbe fortan nur um Ihr Herz, um Ihr Wort. Das Geſchenk Ihrer Hand wird der Himmel mei⸗ ner Treue nicht verſagen, wenn ſie feſt ihre Prü⸗
fung beſtand. Ungeduldig ſehe ich Ihrer Antwort
entgegen. Bedenken Sie, daß Sie das Glück ei⸗ nes Mannes in Händen haben, der, ſeitdem er Sie ſah, nur den Wunſch kannte, ſein Leben Ih⸗ rem Glücke, Ihrem Schutze zu weih'n.—


