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Kabinet, worauf wir dieſelbe gemeinſchaftlich zu ihrem Wagen begleiteten, wo ſie mit herzlichem Wohlwollen von uns Abſchied nahm.
Als ich mit Herminen allein war, überließ ſich dieſe einer ausgelaſſenen Luſtigkeit. Sie tanz⸗ te in der Stube umher, wie ein frohes Kind, ſtellte ſich vor den Spiegel, ſich in ihrem matro⸗ nenähnlichen Kopfputz betrachtend, und machte ein ſo ſchlaues Geſicht, als hätte ſie irgend ein ange⸗ nehmes Geheimniß errathen. Ich bat ſie dringend, mir ihr ſeltſames Betragen zu erklären, doch ver⸗ gebens: ihr muthwilliges Treiben nahm kein Ende, aber eben ſo wenig kam ein Wort der Erklärung über ihre Lippen. Den Baron, der heute morgen ſich wegen ſeiner Abſichten ſchriftlich an ſie ge⸗ wandt hat, hat ſie kurz und beſtimmt abgefertigt. Nun ſitzt ſie vben in ihrem Stübchen, und ſingt mit ihren Vögeln um die Wette.— Richardis, welch' ein ſeltſames räthſelhaftes Weſen iſt dieſe Hermine. Es gibt Augenblicke, wo ich ſie ſehr lieb habe, aber auch wieder andere, wo mich et⸗ was Fremdes von ihr zurückſchreckt; aber fehlen wird ſie mir dennoch nur zu ſehr, wenn ſie uns einſt verlaſſen wird.— Sie glauben nicht, wie ſehr man ſich an das heitere Weſen gewöhnen kann.


